Montag, 19. Januar 2009

Neue Kategorie - Food und so

Wenn man eine Woche lang nur flüssige Nahrung und die nur über einen Strohhalm zu sich nehmen kann, macht man sich plötzlich ganz neue Gedanken zu dem Thema und weiß Dinge zu schätzen, die man sonst selbstverständlich nimmt.

Kauen ist so ein Ding. Kauen können ist was Schönes. Wenn man nicht Kauen kann, schlägt einem das auf die Seele. Glaubt ihr nicht? Ich schon. Wie oft greift man zu einem Apfel oder einer Scheibe Brot, wenn der kleine Hunger kommt? Tja, is nich ohne Kauen. Eine Woche Brei und aufgeweichte Cornflakes (an sich schon irgendwie bäh) - da fängt man an, von festen Lebensmitteln zu träumen.

Salziges, Scharfes, Säurehaltiges - auch so ein Ding. Nudeln und Eier waren an sich eine gute Idee - weich, kleingeschnitten zum Löffeln. Erinnerungen an Kindertage. Gut, Salz war keine gute Idee. Ketchup war die Hölle. Machs gut, Geschmack. Das Leben macht keinen Spaß ohne Würze. Da muss man nichtmal ein Fan von Glutamat sein - wenn das Salz in der Suppe fehlt, fehlt was.

Essen sollte mehr gewürdigt werden - das weiß ich nicht erst seit dieser grausamen Erfahrung, aber es ist mir wieder stark ins Bewusstsein gerückt. Und da Essen nicht erst seit Soul-Food und Slow-Food zum Lifestyle gehört, kriegt es eine eigene Kategorie - Food und so. Ich geh mir jetzt was zum Beißen holen...

Dienstag, 11. November 2008

Ihre Traumwohnung ist...?

Hand aufs Herz - wer hat schon mal einen Psychotest aus einer Zeitschrift gemacht? Also ich schon und das treibt mir auch nicht die Schamesröte ins Gesicht. Ich schaffs nur einfach nicht, diese Tests ernst zu nehmen und ehrlich auszufüllen. Ich lese mir die Frage und die möglichen Antworten durch und nehme die, die der netteste, korrekteste, liebevollste, selbstbewussteste, eben perfekteste Mensch nehmen würde. Zumindest meiner Meinung nach. Kann natürlich schief gehen, klappt aber meistens. Und ich komme mir dann insgeheim wahnsinnig scharfsinnig vor, weil ich den Test überlistet habe. Und weil ich Typ "2" (oder Typ "lila" oder Typ "Superwoman") bin und der Typ der beste ist.

Um so erschreckender traf mich gestern beim durchblättern aufmerksamen Lesen einer Illustrierten (die Elle wars), dass die tatsächlich zu weißem Mascara raten ich schon bei Frage 2 des großen "Identitäts-Tests" nicht wusste, welche Antwort die beste wäre. Und bevor jemand auf die Idee kommt, ich hätte dann ja ausnahmsweise mal meine eigene Meinung ankreuzen können - ne, nicht mit mir. Ich soll mich entscheiden, ob meine Traumwohnung a) perfekt renoviert ist (wär schon schön?), b) klug designed und optisch aufgeräumt ( nichts dagegen), c) ein Loft mit fantastischem Blick, begehbarem Kleiderschrank und moderner High-Tech-Küche (klar, wenn schon, denn schon) oder d) ein charmanter Altbau, den ich mit Möbeln vom Antikmarkt, Kunstwerken und Lieblingsstücken aus aller Welt einrichte.

Die Zeit, in der ich mich noch hätte spontan entscheiden können, ist längst vorbei, und jetzt grübel ich zwischen "also renoviert sollte sie eigentlich auf jeden Fall sein", "wieso könnte ich meine Lieblingsstücke (die aus aller Welt mitgebrachten) nicht mit in ein Loft mit fantastischem Ausblick nehmen" und der Vorstellung, wie das wohl sein mag, wenn der Altbau einem den ganzen Tag Komplimente macht, wo er doch so charmant ist. Vielleicht hält er mir ja immer die Tür auf?

Bloß gut, dass ich keine indonesische, marokkanische, indische, peruanische, neapolitanische oder asiatische Deko und Möbel habe, die dann garnicht zu der modernen High-Tech-Küche passen würden (btw - kocht die dann von allein? DAS wär doch mal schick!). Und gut, dass es doch noch schwere Psychotests gibt...

Dienstag, 21. Oktober 2008

Aufhänger oder Reinleger?

Als unsere frühesten Vorfahren noch in Höhlen lebten, hatten sie wohl einige Probleme, mit denen wir heute eher selten zu kämpfen haben, etwa beim Kochen, Heizen oder der täglichen Körperpflege. Eine Frage mussten sie sich aber sicher nie stellen - wohin nur mit den Bergen von Klamotten? Ich könnte mir eher vorstellen, dass man abends auf dem schlief, was man sich morgens wieder um die Schultern hängte. Eigentlich kein schlechtes Prinzip - früh statt einer Jacke einfach die Bettdecke umgehängt und ab gehts...

Aber zurück zum Thema. Der Klamottenberg also. Mir fallen auf die Schnelle drei Möglichkeiten ein, Kleidung auf zivilisierte Art und Weise zu verstauen (auf das Sofa oder das Bett legen zählt nicht ^^):

#1 Der Allrounder - Mr. Kleiderschrank
Jeder kennt ihn, die meisten haben einen, er kann schön sein, muss er aber nicht, und er hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen Methoden - zur Not kann man die Türen zumachen und abschließen. Im Normalfall muss man aber trotzdem alle Shirts fein säuberlich zusammen legen und in den Schrank stapeln. Und bitte immer schön von oben weg nehmen - aus der Mitte klappt nicht. Nie.

#2 Mr. Right - Der begehbare Kleiderschrank
Um mal wieder ein paar Klischees zu bedienen - wenn jemand, ach was, also wenn eine Frau einen begehbaren Kleiderschrank hat, dann wird sie es lieben, Zeit in ihm zu verbringen. Ob das Wäsche falten oder Schuhe streicheln ist - sie macht es gern. Sie wird alles von Unterwäsche bis Winterjacken nach Farben, Stoffen, Designern, Tages- und Jahreszeiten ordnen und in die tausend Fächer und Schubladen sortieren und den Rest auf Trillionen von Kleiderbügeln hängen. Und es genießen. Wenn sie nicht sowieso jemanden hat, der ihr die Wäsche macht.

#3 Sporty and Splitted - Regal, Kleiderstange und Kisten

Wenn man nicht ganz so viel Platz hat, bietet sich manchmal nicht mal der Schrank an. Da ist dann Ideenreichtum gefragt. Und Umdenken. In meinem Fall hatte ich dann Regalböden für Shirts etc., Kisten für Kleinteile (ja, auch in Kisten kann es ordentlich aussehen - und wenn nicht, sieht es keiner) und eine Kleiderstange für alles "Hängbare". War definitiv auch schick.

Eigentlich wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus - dazu dann bald mehr. Bis dahin interessiert mich, wo und wie man noch Klamotten verstauen kann und was wohl die lifegestylteste Methode ist. Ideas anybody? Dann raus damit!

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Freitag, 10. Oktober 2008

Dann richte dich mal drauf ein...

Vor noch gar nicht zu langer Zeit konnte man kaum einen TV-Sender finden, der nicht mindestens ein "Umgestaltungsformat" hatte. Da wurden Gärten umgegraben, einzelne Zimmer oder ganze Häuser umgebaut und eingerichtet und natürlich viel geweint. Die Mama hat endlich eine Küche, in der sie in stilvollem Ambiente die TK-Pizza in den Ofen schieben kann, der Papa hat beim Rauchen auf dem Balkon endlich eine schöne Aussicht und die Kinder freuen sich mit 14 bestimmt immer noch über ihre Prinzessin- und Batman-Zimmer.

Dass Gläser, die offen in der Küche stehen, zwar unglaublich dekorativ sind, aber auch unglaublich schnell staubig und schmierig werden - egal, wir trinken eh meistens direkt aus der Flasche. Dafür ist das Gewürzregal (12 Gläser mit Inhalt von Salz bis Curry) nicht nur optisch der Renner, sondern sieht in 10 Jahren bestimmt noch genau so aus. Maggi muss man nicht nachwürzen, trifft sich doch super. Außerdem wird sich die Familie in Zukunft wohl die ganze Zeit im neuen Bad aufhalten - der Klodeckel ist selbstschließend und knallt nicht mehr - sensationell!

Zugegeben, das ist Schubladendenken (seit die Ex-Bravo-TV-Moderatorin meine Küche umdekoriert hat, hab ich davon so viele und die bieten ja so unglaublich viel Stauraum). Die Leute lieben Einrichtungsshows. Ich habe immer das Gefühl: "Das hast du doch schon mal irgendwo gesehen!?" Und dann schlag ich den aktuellen Schweden-Katalog auf und suche die richtige Seite. Eines muss man den Einrichtungsshows nämlich lassen - beim Kopieren vom Foto in die Wirklichkeit sind sie auf jeden Fall detailgetreu.

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Montag, 15. September 2008

Auto auf dem Balkon

Die Nachfrage nach Lofts übersteigt sicher das Angebot, da das Loft per se ja zum Beispiel eine umgebaute Farbikhalle oder ein renovierter Heuschuppen ist - davon gibt es eben nicht endlos. Außerdem haben diese besonderen Wohnungen unschlagbare Vorteile auf ihrer Seite, die sie nicht gerade zum Schnäppchen machen. Die meterhohen Decken lassen den ganzen Raum um ein Vielfaches größer erscheinen und mit überdimensionalen Fenstern oder ganzen Fensterfronten wird die Wohnung mit Licht geflutet. Außerdem kann der Eigentümer in den meisten Fällen den Innenausbau nach seinem eigenen Gusto gestalten und sich so eine individuelle Behausung schaffen - ohne ein Haus bauen zu müssen.

In Berlin entstehen derzeit Lofts. Luxus-Lofts sogar. Da gibt es nur einen Haken - die Adresse lautet Berlin, Kreuzberg. Jetzt ist Kreuzberg nicht unbedingt der erste Ort, an den die Besserbetuchten auf der Suche nach der neuen Unterkunft denken. Da müssen also Verkaufsargumente her. Stellen wir uns folgendes Verkaufsgespräch vor, man ist bereits bei der Preisfrage:

"4.000 Euro pro Quadratmeter für die Penthousewohnung," rechnet der fleißige Makler vor.
"Das ist ein vertretbarer Preis," sagt der erfolgreiche Jungunternehmen mit dem Boss-Anzug, und denkt "Spottbillig". "Aber sagen Sie, was mach ich denn mit meinem Porsche? Den würde ich nur ungern den Straßenschlachten ausliefern - und draußen stehen mag er generell nicht so gern."
Darauf hat der Makler gewartet. "Wissen Sie, wo wir gerade stehen?" fragt er, und der Jungunternehmer antwortet: "Klar, auf dem Balkon - schön groß übrigens." Da zieht der Makler den Trumpf aus dem Ärmel: "Das ist Ihr Parkplatz!"

Tatsächlich fährt man samt Nobelkarosse in einem Aufzug, dessen Beleuchtung individuell und nach Stimmung einzustellen ist, bis in die gewünschte Etage und rollt dann auf den Balkon. Fast bis ins Wohnzimmer, sozusagen.

Jetzt mag es Menschen geben, denen die Vorstellung, ihr Auto auf dem Balkon stehen zu haben, absurd erscheint. Doch es ist nunmal des Deutschen liebstes Gut. Den klapprigen Golf, den nur noch der Lack zusammen hält, stellt man besser in die Garage und macht die Tür zu. Der soll fahren, nicht gut aussehen. Der Schlitten, den man auf der "Auto-Loggia" parkt, sollte allerdings schon hübsch anzusehen sein, zumal der Balkon durch eine Fensterfront komplett einsehbar ist und das Auto damit im besten Fall zu einem dekorativen Einrichtungsgegenstand macht. Zumindest steht fest, dass der Wagen dort sicher ist. Bleiben trotzdem noch ein paar Fragen:

- Muss man jeden Abend durch die Waschstraße, damit es einem nicht die Laune verhagelt, weil das Auto dreckig ist?
- Sollte man sich 7 verschiedene Wagen zulegen, damit man für jeden Wochentag eines hat?

und vor allem:

- Wer muss weg, wenn die Farbe des Flitzers nicht zum Interieur passt (was man vorher nicht wusste, weil die verdammt Karre ja nicht IM WOHNZIMMER STAND) - die Inneneinrichtung, das Auto - oder die Frau, weil es sonst niemanden stört ;-) ?

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Donnerstag, 28. August 2008

My home is my castle!

Wer hat eigentlich behauptet, dass Urlaub nur stattfinden kann, wenn man mindestens die Stadt-, wenn nicht die Landesgrenze überschritten hat? Die Reisebüros? Warum fühlt sich der Mensch nicht mehr das ganze Jahr wohl in seinen vier Wänden, was ist so schlimm am "Urlaub auf Balkonien"?

Keine Frage, Reisen ist toll. Fremde Länder, fremdes Essen, fremde Kulturen. Sonne, Meer, Strand. Abschalten. Klar, vorher muss man packen, dann mehrstündige Autofahrten oder Aufenthalte an Flughäfen durchstehen, auf einen reibungslosen Ablauf hoffen, eine Valium immer griffbereit. Und am Tag der Abreise freut sich Muttern schon auf den Wäscheberg, der zu Hause anfällt. Hauptsache, man hat das ganze Jahr darauf gespart. Was wäre, wenn jemand sein Geld lieber dafür ausgibt, sein zu Hause so zu gestalten, dass er sich einfach pudelwohl darin fühlt? Wenn dieser jemand in seinem eigenen wunderschönen sündhaft teuren Bett auf der noch teureren Matratze wie ein Baby schläft und vollkommen ausgeruht seinen Urlaub mit einem Sonnenbad im Garten beginnt (Sonne gibt es ja nicht nur am Mittelmeer)? Und wenn dieser jemand sich (Gott bewahre!) so heimisch in seinem Heim fühlt, dass er nicht "unbedingt weg" muss, sondern sich freut, "endlich mal zu Hause" zu sein?

Die Schweden hatten mit ihrem "Wohnst du noch..." gar nicht so Unrecht. Eigentlich hat fast jeder die Möglichkeit, etwas aus seinem zu Hause zu machen. Genau so, wie er will. Der eine will einen wasserspeienden Drachen in seinem Garten, der andere einen Buddha mitten im Wohnzimmer und der dritte baut sich einen Pizzaofen in die Küche. Wieder andere sind mit einem Strauß frischer Blumen auf dem Esstisch rundrum zufrieden. Das ist ja das Schöne am Lifestyle - jeder kann seinen selbst bestimmen. Macht´s euch doch einfach gemütlich - your home is your castle!


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